15:00 Uhr, trockenes Wetter, windstill, 18 Grad – angenommene Daten einer Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Gingen. Aber nicht diese Daten waren entscheidend, sondern der angenommene Ernstfall: Durch einen technischen Defekt kommt es im Farblager der Firma Janko im Gewerbegebiet Immenreich zu einem Feuer mit heftiger Verpuffung. Zu diesem Zeitpunkt halten sich noch ein bis zwei Mitarbeiter in der Werkstatt und zwei bis drei Mitarbeiter in den darüber liegenden Sozialräumen auf.
Das Feuer greift auf zwei PKWs in der Halle über und die Werkstatt- und Sozialräume sind schnell komplett verraucht. Der Kommandant der Gingener Wehr, Reinhold Schauer, erklärte vor Beginn der Übung das Szenario und verwies auf die vielfältigen Gefahren eines Feuers in Industriegebäuden: „man wisse nicht, welche Gefahrstoffe wo lagern und von welchen Fahrzeugen und Maschinen Gefahren ausgehen. Außerdem sind die Räumlichkeiten oft unübersichtlich“.
Um real 18:00 Uhr und eher kaltem Wetter am Freitag wurde Alarm gegeben. Die drei Einsatzfahrzeuge der Gingener Wehr rückten mit Blaulicht an und bezogen Stellung. Parallel machten sich die Atemschutzleute bereit und die ersten Wasserleitungen wurden gelegt. Nach wenigen Minuten schon fließt das erste Wasser. Etwas länger dauert das Anlegen der Atemschutzausrüstung, können die Feuerwehrleute ihre Schutzausrüstung doch erst anlegen, nachdem sie das Feuerwehrfahrzeug verlassen haben – ein Problem der veralteten Technik! Dennoch – die Atemschutzträger verschaffen sich schnell Zugang zu den Räumen und beziehen auch im Gebäude Stellung zur Bekämpfung des Feuers. Weitere Atemschutzträger suchen und retten die eingeschlossenen und verletzten Mitarbeiter des Betriebes.
Nach 30 Minuten war die Übung abgeschlossen. Und auch wenn es kein Ernstfall war, die zahlreich erschienenen Zuschauer konnten sich ein Bild vom guten Ausbildungsstand der Feuerwehrkameraden und Kameradinnen machen. Jeder kannte seine Aufgaben, zielstrebig aber nicht hektisch wurde vorgegangen.
Und so hatte auch der Kuchener Feuerwehrkommandant Uli Vetter in seiner Manöverkritik nichts an dem Einsatz der Gingener Kameraden auszusetzen. Vor allem auch, weil das Problem mit dem Anlegen der Atemschutzausrüstung bald der Vergangenheit angehören wird. Die Gingener Wehr bekommt im Sommer ein neues Fahrzeug, das den betagten LF 8 ersetzen wird. Dann kann die Schutzausrüstung schon während der Fahrt zum Einsatzort angelegt werden.
Auch Bürgermeister Marius Hick lobte seine Wehr, die der Bevölkerung ein hohes Maß an Sicherheit gibt.
48 aktive Kameraden und Kameradinnen hat die Freiwillige Feuerwehr Gingen. 27 von ihnen waren am Freitag im Einsatz. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr bewährten sich als „Opfer“.
Im Jahr 2012 wird es im Oktober eine Feuerwehrgroßübung zusammen mit der Wehr aus Kuchen geben.




