Bereits seit 1450 wird in Gingen die allgemeine Wehr (Fleckenfeuerwehr) erwähnt. Brach im Ort ein Brand aus, und gellte der Feuerruf durch die Gassen, oder stieß der Nachtwächter in sein Horn und läutete mit der kleinen Glocke im Torturm des Kirchhofes Sturm, hatten sich alle Dorfsassen, Männer und Frauen, Buben und Mädchen mit Eimern und Gelten, mit Haken und Leitern schnellstens zum Brandplatz zu begeben und sich bei der Bekämpfung des wütenden Elementes zu beteiligen. Zu den Wasserstellen wurden mehrere Doppelketten gebildet: Durch die Hände der Buben flogen die leeren Eimer zum "Schöpfer" und wanderten dann von Mann zu Mann zurück zur Feuerstelle.

An Wasser fehlte es in Gingen nicht. Da waren die beiden großen Gemeindebrunnen am Löwen und am Lamm, außerdem stand ein großer Brunnen im Pfarrhof und dazu gab es etwa 20 Privatbrunnen, verteilt im ganzen Ort. Der Barbarabach floss die Hauptstraße hinunter, und es existierte auch schon die "Mühlfils", der Kanal, der die 3 Mühlen mit Wasser versorgte; hart hinter dem Dorf floss dazuhin die Fils vorbei.

Mangel an Eimern (aus Leder oder gewachstem Tuch) und anderen Wassergeräten war auch nicht vorhanden. Schon von jeher wurde streng darauf geachtet, dass jeder Jungbürger oder neu Zugezogene einen neuen Eimer beschaffte oder 24 Krz. an die Gemeinde berappte. Sie verfügte bereits in jener Zeit über ein "Feuer- oder Leiterhäuslein", in dem dorfeigene Eimer, Gelten und Zuber, Haken und Leitern aufbewahrt und bei Brandfällen durch den Gemeindepfleger oder den Anwalt ausgegeben wurden. Außerdem waren die Kübler, Sattler und Schuhmacher verpflichtet, die bei ihnen noch lagernden neuen Geräte sofort auszuleihen.

Die enge Bauweise in der Gasse und zum Nachbarn, die vielen Bretter-, Flecht- und Riegelwände, die strohgedeckten Dächer oder die mit Stroh unterbäuschelten Holziegel und die Holzkamine erforderten eine dauernde, strenge Überwachung. Das konnten der Dorfschütz und der Nachtwächter alleine nicht tun. Da musste schon jeder einzelne mithelfen. Außerdem setzte die Gemeinde "Feuerschauer" ein, die in kurzen Zeitabständen die Häuser und die Feuerstellen (Herde, Öfen und Darrlöcher) zu visitieren hatten.