Damit "männiglich gebührend Bescheid" wusste, wurde eine "Feuerordnung" ausgegeben, die beim jährlichen Gemeindetag öffentlich verlesen und durch die Gemeindepfleger immer wieder ergänzt werden musste. Die (bis jetzt) älteste Feuerordnung stammt aus dem Jahr 1510 und besagt unter anderem:

"... in dem flecken solln zwen feuerbesichter seyn, die solln allwegen in vierzehn tagen ongefährlich umbgehen und die kuchenen unnd feuer besichtigen...

... so eine prunst im flekken wäre, soll der Ambtmann alsdan sehen, das jederman thu, was er seinem verpflicht schuldig ist, nemlich zuezuelaufen unnd helfen unnd retten unnd nit zueluegen, sondern möglichen vleiß ankehren, als ob es seyn aigen ding were...

es solln die so möhnin haben (gemeint sind die Pferdebesitzer), schnellstns den laitern unnd feuerhacken zuefahren unnd die uffladen unnd ohne verzug förderlich der prunst zuefahren... die kübler, so da geschürr hätten, sollen kübel unnd gölten und annder geschürr derleyen, förderlich der prunst zuetragen unnd brauchen lassen..."

Von der Ulmer Herrschaft wurde die Feuerordnung regelmäßig überprüft und ihre Befolgung streng überwacht; ebenso achtsam ließ der Rat die Anzahl und den Zustand der Löschgeräte kontrollieren.

In der Löschordnung von 1555 wird betont:
"... wenn fuer im flekken ausgehet unnd die sturmbglocke läutet, soll ein jeder, man und weib, jung unnd alt dem feur mit geschirren zue laufen, helfen löschen unnd retten nach seynem besten vermögen, bey straff 1 Gulden...
... soll auch niemand bey lichter dreschen, wie auch in kein Scheuren noch stall mit einem licht ohne laternen gehen...
... der fleck soll gute ordnung haben durch strenge fürsehung, unnd jeder soll zum feur nottürftig unnd gerüst sey mit laitern, feuerhacken unnd mit kübeln, gölten unnd aimern...

Besonderheit des nachts soll ordentlich gewacht werden, damit schaad unnd feur verhiet werd

Die Ordnung von 1615 wurde auf auswärtigen Einsatz erweitert:
wo feur uffgieng in umbliegenden orth, solle man der prunat elso rottenweiß zuelaufen ... daher soll jeder der unter der laufenden rott begriffen ist, sich ohnverzüglich en dem orth, wo die feuraimer ausgetheilt werden, einfinden, sodann dem rottmeister folgen, auch sogleich die feurreutter an die nächste orth abgeschickt werden
· die feuerordnung soll jedermann kennen, unnd ein jeder soll sich selbst, sein weib, kind unnd gesund trewlich verwarnen unnd vor schaden verhüeten, dann welcher hier-innen straffwürdig befunden oder ergriffen, der wurdt ohne alles mittel strenglich gestraft werden, darnach wisse sich meniglich zue hueten -